Wohnung kindersicher machen: Was zuerst wichtig ist (und was warten kann)
Ein praktischer Raum-fuer-Raum-Leitfaden, um euer Zuhause sicher fuer ein krabbelndes Baby zu machen, mit den Dingen, die wirklich zaehlen.
Ihr kennt diesen Moment, wenn euer Baby, das monatelang ein wunderbar stationaeres Kuschel-Buendel war, ploetzlich herausfindet, wie man sich bewegt? Eines Tages liegt es auf der Spielmatte und greift nach einem baumelnden Stern. Am naechsten Tag ist es schon auf halbem Weg durch die Kueche, direkt auf den Wassernapf der Katze zu. Und ihr steht da und denkt: Oh. Wir sollten wohl mal was an der Wohnung machen.
Kindersicherung kann ueberwÀltigend wirken, wenn man versucht, alles auf einmal zu erledigen. Das Internet liefert euch froelich eine 47-Punkte-Checkliste, die euer voellig normales Zuhause wie einen Hindernisparcours klingen laesst. Aber die Wahrheit ist: Ihr muesst nicht alles machen, und schon gar nicht alles heute. Manche Dinge sind wirklich wichtig. Andere koennen warten. Und ein paar lohnen sich ueberhaupt nicht.
Also schnappt euch einen Kaffee, atmet durch, und lasst uns das Raum fuer Raum durchgehen. đ
Wann solltet ihr anfangen?
Der ideale Zeitpunkt ist um den fuenften bis sechsten Monat, kurz bevor die meisten Babys anfangen zu rollen, zu rutschen und durch die Wohnung zu robben. Wenn euer Baby schon unterwegs ist und ihr noch nicht angefangen habt, keine Panik. Ihr habt nicht versagt. Ihr lebt einfach in der Baby-Zeitzone, und das ist die einzige, die zaehlt.
Der Schluessel ist, auf den Boden zu gehen. Wortwörtlich. Geht auf Haende und Knie und schaut euch eure Wohnung aus der Perspektive eures Babys an. Ihr werdet staunen, was ploetzlich sichtbar wird: herumhaengende Kabel, wackelige Beistelltische, die verlockende Luecke hinter dem Sofa.
Was wirklich wichtig ist
Treppen
Wenn ihr Treppen habt, ist das die grosse Sache. Ein Treppenschutzgitter oben und unten an jeder Treppe ist nicht verhandelbar, sobald euer Baby mobil ist. Achtet auf ein Gitter, das sich leicht mit einer Hand oeffnen laesst, denn in der anderen tragt ihr ein Baby oder einen Waeschekorb.
Steckdosen
Babys werden von Steckdosen magisch angezogen. Eine Packung Steckdosensicherungen ist in dreissig Sekunden angebracht und kostet fast nichts.
Moebel sichern
Sobald euer Baby anfaengt, sich zum Stehen hochzuziehen (meist zwischen acht und zehn Monaten), wird jedes Buecherregal und jede Kommode zu einer potenziellen Kippgefahr. Die meisten Moebel werden mit Wandbefestigungsgurten geliefert. Jetzt ist der Moment, sie rauszusuchen.
Kueche und Bad
Die Kueche ist quasi ein Baby-Freizeitpark voller Dinge, die sie nicht anfassen sollten. Magnetische Schrankschlösser an den Schraenken mit Reinigungsmitteln oder scharfen Gegenstaenden loesen das meiste Risiko. Im Bad: Medikamente ausser Reichweite aufbewahren und nie Wasser unbeaufsichtigt in der Wanne stehen lassen.
Jalousie-Schnuere und Kabel
Schlaufenfoermige Jalousie-Schnuere sind ein Strangulationsrisiko. Ersetzt alte Jalousien durch schnurlose Modelle oder befestigt die Schnuere hoch oben an der Wand. Elektrische Kabel mit KabelkanÀlen oder hinter Moebeln verstauen.
Flure und Treppen
Ein Bewegungssensor-Nachtlicht im Flur ist grossartig fuer naechtliche Gaenge zum Kinderzimmer und spaeter fuer Kleinkinder, die nachts anfangen herumzuwandern.
Was ehrlich gesagt warten kann
Toilettendeckel-Sicherungen. Die meisten Babys sind monatelang nicht gross genug, um einen Toilettendeckel anzuheben.
Backofentuer-Schutz. Nuetzlich, wenn euer Kleinkind sicher laufen kann, aber ein krabbelndes Baby wird kaum die Backofentuer oeffnen.
Schubladensicherungen an jeder Schublade. Sichert die gefaehrlichen (Messer, Reinigungsmittel) und lasst den Rest. Eine Schublade voller Plastikdosen ist ein grossartiges Gratis-Spielzeug.
Die Einstellung, die wirklich hilft
Kindersicherung bedeutet nicht, euer Zuhause perfekt sicher zu machen. Das ist unmoeglich. Es geht darum, die ernsten Gefahren zu beseitigen, damit euer Baby frei erkunden kann, ohne dass ihr jede Sekunde ueber ihm schwebt. Ein paar Beulen und kleine Entdeckungen sind voellig normal und sogar gesund.
Fangt mit den grossen Dingen an: Treppen, Steckdosen, Moebelsicherung, Jalousie-Schnuere. Und denkt daran, dass das beste Werkzeug zur Kindersicherung immer noch aufmerksame Eltern sind. đ
Ihr schafft das. Und euer Baby wird es lieben, jede Ecke seines neu gesicherten Zuhauses zu erkunden.
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