Toddler sitting at a table holding a cup
Older Baby / Toddler

Der erste Becher: Wann die Flasche weichen darf und wie der Umstieg klappt

Von Schnabelbecher bis Strohhalm bis offenem Becher, hier steht, was beim Umstieg von der Flasche wirklich funktioniert.

7 Min. LesezeitVon Lil' Bubba

Hier ein lustiges Detail zum Einstieg: Zahnmediziner empfehlen, ab etwa sechs Monaten einen Becher einzuführen. Sechs Monate. Also zu dem Zeitpunkt, wo euer Baby noch übt, wie ein Löffel funktioniert, und mehr Essen trägt als es isst. Kein Druck. 🥤

Die Wahrheit ist: Es gibt keinen einzigen "richtigen" Zeitpunkt für den Wechsel, und es gibt auch keinen einzigen "richtigen" Becher. Jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus und seine eigenen festen Meinungen darüber, woraus es trinken möchte. Manche nehmen einen Strohhalm-Becher, als hätten sie ihr ganzes Leben darauf gewartet. Andere tun so, als wäre das Entfernen der Flasche ein persönlicher Verrat.

Dieser Ratgeber ist für alle, die vor einer Wand voller Becher im Babyladen stehen und sich fragen, was der Unterschied sein soll, und für alle, deren Kleinkind gerade zum vierten Mal den Trinkbecher quer durch die Küche geschleudert hat. Ihr seid in guter Gesellschaft.

Warum der Wechsel wichtig ist (aber nicht beängstigend)

Flaschen sind großartig. Sie haben ihren Dienst getan. Aber irgendwann zwischen sechs und zwölf Monaten lohnt es sich, langsam auf Becher umzusteigen. Nicht weil Flaschen schlecht sind, sondern weil längerer Flaschengebrauch beeinflussen kann, wie die Zähne kommen und wie sich der Kiefer entwickelt.

Es gibt auch eine praktische Seite. Becher fördern andere Mundmuskeln, was tatsächlich bei der Sprachentwicklung hilft. Das Schlüsselwort hier ist schrittweise. Niemand schlägt vor, alle Flaschen über Nacht zu entsorgen.

Die Becher-Übersicht: Was ist was

Schnabelbecher (der Klassiker)

Der mit dem harten Ausguss und einem Ventil gegen Kleckern. Schnabelbecher sind vertraut, sauber und euer Sofa wird euch dafür danken. Sie sind ein solider Übergang für Babys ab etwa sechs Monaten. Der Nachteil? Die Saugbewegung ähnelt einer Flasche, deshalb sind sie am besten als Übergang geeignet.

Strohhalm-Becher (der Favorit der Logopäden)

Strohhalm-Becher bekommen viel Lob, weil sie andere Mundmuskeln aufbauen als Flaschen. Die Saugbewegung für einen Strohhalm liegt tatsächlich näher an dem, was euer Baby später für Sprachlaute braucht. Die meisten Babys schaffen einen Strohhalm-Becher ab etwa acht bis neun Monaten.

Tipp: Wenn euer Baby den Strohhalm nicht versteht, taucht ihn ins Getränk, legt den Finger oben drauf, um Flüssigkeit einzufangen, und lasst sie dann in den Mund fließen.

Offene Becher (das Endziel)

Ein offener Becher ist, wohin die Reise geht. Es klingt beängstigend, und ja, es wird Verschüttetes geben. Aber offene Becher sind der Goldstandard, weil sie richtiges Nippen lehren und Lippenschluss fördern.

360-Grad-Becher (der clevere Mittelweg)

Diese haben einen Silikonrand, von dem euer Baby überall am Rand trinken kann. Sie sind auslaufsicher und ahmen einen offenen Becher nach, ohne den Wasserfall-Effekt.

Der Zeitplan, über den niemand stressen sollte

  • 6 Monate: Bietet Schlucke Wasser im Becher bei Mahlzeiten an. Hauptsächlich zum Üben.
  • 8-9 Monate: Probiert einen Strohhalm-Becher.
  • 12 Monate: Beginnt, Flaschen tagsüber zu reduzieren. Tauscht eine Mahlzeit nach der anderen gegen einen Becher.
  • 18 Monate: Die meisten Fachleute empfehlen, Flaschen bis dahin abzusetzen. Aber wenn ihr noch nicht so weit seid, ist das kein Versagen.

Spaß daran haben (weil Bestechung unterschätzt wird)

Kleinkinder trinken viel eher aus einem Becher, den sie toll finden. Ein Becher in Form ihres Lieblingstiers? Verkauft. 🦒

Andere Tricks, die überraschend gut funktionieren: Lasst euer Kind euch aus einem Becher trinken sehen. Bietet den Becher bei jeder Mahlzeit an, ohne Theater zu machen. Probiert verschiedene Temperaturen.

Die Abendflasche: Die letzte Bastion

Die Flaschen tagsüber loszuwerden ist normalerweise einfacher. Die Abendflasche? Das ist die Königsdisziplin. Sie ist verknüpft mit Geborgenheit, Routine und dem gesamten Einschlafprozess.

Was hilft: Verschiebt die Flasche früher in die Routine. Reduziert die Milchmenge in der Flasche über eine Woche oder zwei. Ersetzt sie durch einen Becher Milch zum Abendessen und fügt zusätzliche Kuschelzeit und Geschichten hinzu.

Was wenn sie rundweg ablehnen?

Manche Babys schauen einen Becher an, als würde man ihnen eine rohe Zwiebel anbieten. Das heißt nicht, dass sie nie einen Becher benutzen werden. Es heißt, sie sind heute nicht interessiert.

  • Wechselt den Becher. Manchmal ist der vierte Becher derjenige, der passt.
  • Lasst sie damit spielen. Einen leeren Becher in der Badewanne verwenden. Vertrautheit schafft Akzeptanz.
  • Zwingt es nicht. Einen Kampf daraus zu machen, macht alle unglücklich.
  • Prüft den Durchfluss. Wenn das Ventil zu fest ist, bekommt euer Baby vielleicht einfach nichts raus.

Was niemand erwähnt

Becher haben Deckel, die schimmeln. Kontrolliert die Silikonventile regelmäßig. Euer Baby braucht keinen Saft. Wasser und Milch reichen. Und: Euer Baby wird den Becher vermutlich mehrere hundert Mal fallen lassen. Das ist keine Phase. Das machen Becher jetzt einfach. 😅

Ihr schafft das

Der Übergang von der Flasche zum Becher ist einer dieser Meilensteine, die sich riesig anfühlen, solange man mittendrin steckt, und völlig unremarklich, sobald sie vorbei sind. In einem Jahr wird euer Kind sicher aus einem Becher trinken, und ihr werdet euch kaum an die Phase erinnern, in der jeder Becher quer durch den Raum flog.

Geht es im Tempo eures Babys an, versucht, keine Zeitpläne mit anderen Kindern zu vergleichen, und denkt daran: Jedes Baby kommt dort an. Sogar die, die gerade denken, ihr Becher sei ein Hut.

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