Toddler holding a yellow pool noodle in a swimming pool with a parent nearby
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Babys erstes Schwimmen: Was einpacken, was erwartet euch, und warum ihr es lieben werdet

Alles, was du wissen musst, wenn du mit deinem Baby zum ersten Mal schwimmen gehst. Was du einpacken solltest, wie warm das Wasser sein muss, und was im Becken wirklich passiert.

6 Min. LesezeitVon Lil' Bubba

Du musst nicht warten, bis dein Baby alle Impfungen bekommen hat, bevor ihr schwimmen geht. Das ist wirklich einer der hartnackigsten Mythen rund ums Elternsein, und er hindert so viele Familien daran, etwas Wundervolles fruher zu entdecken.

Babys konnen von Geburt an ins Wasser. Ja, wirklich. Das Wasser muss nur warm genug sein (dazu gleich mehr), und du brauchst eine Schwimmwindel, die ihren Job erledigt. Mehr braucht es nicht. 🏊

Das erste Schwimmen ist einer dieser Meilensteine, die dich unerwartet treffen. Nicht weil es dramatisch ist, sondern weil es einfach wunderschon ist, deinem kleinen Menschen dabei zuzusehen, wie er mit grossen Augen im warmen Wasser liegt und deine Finger festhalt.

Hier ist alles, was du wirklich wissen musst.

Ab wann kann es losgehen?

Technisch gesehen ab dem ersten Tag. Die meisten Eltern fuhlen sich wohler, wenn sie etwa sechs Wochen warten, teils weil die Erholung nach der Geburt und das Stillen Vorrang haben, teils weil sich Neugeborene nass sehr klein und rutschig anfuhlen. Beides sind gute Grunde.

Das Wichtigste ist die Wassertemperatur. Fur Babys unter sechs Monaten sollte das Wasser mindestens 32°C haben. Die meisten offentlichen Schwimmbader liegen bei 28-30°C, was fur altere Babys in Ordnung ist, fur ganz Kleine aber etwas kuhl. Babyschwimmkurse und Therapiebecken sind warmer, etwa 32-34°C, und deshalb der beste Einstieg.

Wenn dein Baby zu fruh geboren wurde oder gesundheitliche Besonderheiten hat, sprich vorher mit eurem Kinderarzt. Ansonsten: Wann immer ihr euch bereit fuhlt, ist der richtige Zeitpunkt.

Was einpacken (die realistische Version)

Das Internet sagt dir, du brauchst siebzehn Dinge in deiner Schwimmtasche. Brauchst du nicht. Hier ist, was wirklich zahlt.

Eine richtige Schwimmwindel. Nicht verhandelbar. Jedes Schwimmbad verlangt eine, und die Einweg-Varianten aus dem Supermarkt funktionieren im Notfall. Aber eine wiederverwendbare Schwimmwindel ist pro Besuch gunstiger, bequemer und halt Uberraschungen besser zuruck. Achte auf einen festen Sitz an Beinen und Taille.

Ein warmes Handtuch. Babys verlieren schnell Warme, und die Zeit zwischen Rausgehen und Anziehen ist am kritischsten. Ein Kapuzenhandtuch ist ideal, weil du Korper und Kopf in einem Schritt einwickeln kannst. Leg es bereit, bevor ihr ins Wasser geht.

Ein Satz Wechselkleidung mit Body, Strampler, Socken und Mutze, falls es draussen kuhler ist. Wundschutzcreme, falls dein Baby empfindlich ist. Eine Mahlzeit (Brust, Flasche oder Snack je nach Alter), denn Schwimmen macht hungrig. Und eine Plastiktute fur die nassen Sachen.

Das war es. Du brauchst keine spezielle Babyschwimmbrille, Schwimmflugel fur ein vier Monate altes Baby oder ein aufblasbares Einhorn. Versprochen.

Schwimmen im Freien

Sommer bedeutet Planschbecken im Garten, Freibadbesuche und gelegentliche mutige Strandausfluge. Draussen schwimmen bringt eine zusatzliche Uberlegung mit: Sonnenschutz.

Babys unter sechs Monaten sollten komplett aus der direkten Sonne bleiben, also haltet euch an schattige Platze. Fur altere Babys machen ein hoher Sonnenschutzfaktor (LSF 50), ein Sonnenhut, der sitzt, und eine gute Sonnenbrille einen echten Unterschied. Ja, Babysonnenbrillen gibt es wirklich, und sie sind nicht nur niedlich. Kleine Augen sind viel empfindlicher gegenuber UV-Strahlung als erwachsene.

Ein schnell trocknendes Handtuch ist beim Schwimmen im Freien Gold wert. Normale Frotteehandtucher bleiben stundenlang feucht und nehmen die halbe Wickeltasche ein. Ein Mikrofaserhandtuch trocknet schnell, lasst sich klein zusammenpacken und schuttelt den Sand ab.

Was passiert wirklich im Wasser

Wenn du noch nie mit einem Baby schwimmen warst: Es wird entweder grossartig laufen oder vier Minuten dauern. Beides ist vollig normal.

Manche Babys nehmen Wasser an, als hatten sie ihr ganzes (kurzes) Leben darauf gewartet. Andere schreien, sobald ihre Zehen die Oberflache beruhren. Keine der beiden Reaktionen sagt voraus, ob dein Kind Schwimmen langfristig lieben wird. Die Schreier werden oft die grossten Wasserratten nach ein paar Besuchen.

Halte dein Baby nah an deinem Korper, mit dem Gesicht zu dir. Bleib mit den Schultern im Wasser, damit es deine Warme spurt. Sprich mit ihm, sing ihm vor, wipp sanft. Lass es das Wasser an den Handen fuhlen und mit den Beinen strampeln. Das ist ein gelungenes erstes Schwimmen. Du musst es nicht untertauchen, ihm Schweben beibringen oder etwas Instagram-Taugliches tun.

Fur Babys unter drei Monaten reichen etwa zehn Minuten. Ab drei Monaten kannst du auf zwanzig bis dreissig Minuten steigern, je nach Wassertemperatur und Reaktion deines Babys. Sobald es unglucklich aussieht, zittert oder diesen glasigen, muden Blick bekommt, ist es Zeit rauszugehen.

Babyschwimmkurse: Lohnt es sich?

Kurz gesagt: ja. Nicht weil dein Baby einen qualifizierten Lehrer braucht, um zu planschen, sondern weil die warmen Becken, die strukturierten Lieder und die sanften Aktivitaten euch beiden Vertrauen im Wasser geben. Viele Babyschwimmkurse bieten Einheiten ab etwa sechs Wochen an und sind genau auf die Kombination unsicherer Elternteil und winziges Baby zugeschnitten.

Sie sind nicht gunstig, in der Regel um die 12-15 Euro pro Stunde im Kursblock. Aber viele Eltern sagen, Schwimmkurse waren die beste Babyaktivitat, die sie gemacht haben. Die gemeinsame Zeit im Wasser, das Sinneserlebnis und das Nickerchen danach (oh, das Nickerchen danach) machen jeden Cent wett.

Wenn Kurse nicht ins Budget passen, bieten offentliche Schwimmbader Eltern-Kind-Schwimmen meist fur ein paar Euro an. Das Wasser ist etwas kuhler, aber fur Babys uber drei Monate vollig in Ordnung.

Die Routine nach dem Schwimmen

Ein nasses, rutschiges Baby in der Umkleidekabine anzuziehen, wahrend das Kleinkind von nebenan nackt vorbeirennt, ist ein Initiationsritual. So wird es weniger chaotisch.

  • Alles bereitlegen, bevor ihr ins Wasser geht. Handtuch offen, Windel bereit, Kleidung in Reihenfolge.
  • Baby sofort nach dem Rauskommen ins Kapuzenhandtuch wickeln. Auf dem Schoss trocknen, nicht auf dem Wickeltisch (warmer, und es fuhlt sich sicherer).
  • Zuerst frische Windel, dann Kleidung. Das Chlor abzuspulen kann bis zu Hause warten. Ein schnelles Bad spater reicht.
  • Sofort futtern. Schwimmen verbrennt Energie und sie werden ausgehungert sein.
  • Rechne mit dem besten Nickerchen ihres ganzen Lebens. Gern geschehen. 😮

Noch etwas

Schwimmen mit deinem Baby geht nicht darum, einen Olympia-Athleten heranzuziehen oder einen Meilenstein abzuhaken. Es ist eine dieser seltenen Aktivitaten, bei denen ihr beide vollkommen prasent seid, Haut an Haut, im warmen Wasser, mit nichts zu tun ausser euch festzuhalten und zu spielen.

Pack die Tasche, find ein warmes Becken und probiert es aus. Das Schlimmste, was passiert, ist, dass ihr ein bisschen nass werdet und fruher nach Hause geht. Das Beste, was passiert, ist, dass ihr eine neue Lieblingsbeschaaftigung zusammen entdeckt.

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