Der erste Flug mit Baby: So meistert ihr Flughafen, Flieger und alles dazwischen
Zum ersten Mal mit Baby fliegen? Von Buchungstipps und Handgepaeck-Essentials bis zu Druckausgleich und Wickeln an Bord - hier kommt alles, was ihr wirklich wissen muesst.
Die meisten Babys kommen mit dem Fliegen besser klar als ihre Eltern. Das ist kein Spruch, sondern das, was Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter immer wieder sagen. Und die haben schon Tausende Familien gesehen, die so aussahen, als wuerden sie in die Schlacht ziehen. Die Wahrheit ist: Ein Baby auf einem Zweistundenflug weiss nicht und interessiert sich nicht dafuer, dass es sich auf 10.000 Metern Hoehe befindet. Es interessiert sich fuer genau dasselbe wie immer: Milch, Naehe, etwas Interessantes zum Anschauen und euch.
Das Schwierige ist nicht das Fliegen selbst. Es ist das Planen, das Ueberdenken und die nagende Angst, Diese Familie mit dem schreienden Baby zu sein. Hier kommt ein ruhiger, praktischer Guide fuer euren ersten Flug mit Baby, vom Buchen bis zur Gepaeckausgabe. Spoiler: Ihr schafft das.
Ab wann duerfen Babys fliegen?
Die meisten Airlines erlauben Babys ab zwei Wochen. Viele Eltern warten aber lieber bis nach den ersten Impfungen mit etwa acht Wochen. Es gibt keinen medizinischen Grund, warum ein gesundes, termingerecht geborenes Baby nicht schon mit zwei Wochen fliegen kann. Sprecht aber mit eurer Kinderaerztin oder eurem Kinderarzt, wenn euer Baby fruehgeboren wurde oder gesundheitliche Besonderheiten hat.
Kinder unter zwei Jahren fliegen bei den meisten Airlines kostenlos oder zu einem reduzierten Preis auf dem Schoss. Bucht sie als Kleinkind auf dem Schoss direkt bei der Buchung, nicht erst beim Check-in. Manche Airlines berechnen eine kleine Gebuehr, andere nicht. Prueft das vorher, denn am Flughafen davon zu erfahren, ist kein schoener Urlaubsstart.
Buchen: Die Details, die wirklich zaehlen
Nicht jeder Sitzplatz ist gleich, wenn ihr ein Baby auf dem Schoss habt. Ein paar nuetzliche Dinge:
- Plaetze an der Trennwand bieten oft ein Babybettchen fuer Babys bis etwa 11 kg. Auf Langstreckenfluegen sind die Gold wert. Ruft die Airline direkt an, online lassen sie sich selten buchen.
- Gangplaetze geben euch die Freiheit, aufzustehen und ein quengeliges Baby zu wiegen, ohne ueber Fremde klettern zu muessen. Fensterplaetze bieten eine dunkle Ecke zum Schlafen und eine Wand zum Anlehnen.
- Die Flugzeit ist wichtig. Fruehe Morgenfluege bedeuten brutales Weckerklingeln, aber einen ruhigeren Flughafen und ein Baby, das den Flug vielleicht verschlaeft.
- Direktfluege lohnen sich. Ein Start und eine Landung sind immer einfacher als zwei, besonders wenn ihr Baby, Wickeltasche und Autositz jongliert.
Was ins Handgepaeck gehoert
Die Versuchung ist gross, alles mitzunehmen. Widersteht ihr. Ihr braucht eine Tasche, die ihr mit einer Hand tragen koennt, waehrend ihr das Baby haltet. Hier ist, was sich wirklich lohnt:
- Windeln (mehr als ihr denkt, mindestens eine pro Stunde Reisezeit inklusive Verspaetungen)
- Eine tragbare Wickelunterlage und Windelbeutel
- Zwei komplette Wechselgarnituren fuers Baby, ein Oberteil fuer euch (vertraut uns)
- Milch oder Flaschenmilch und Fuetterutensilien (die Sicherheitskontrolle laesst fluessige Babynahrung und Milch durch, auch ueber 100 ml)
- Mulltucher, immer mehr Mulltucher
- Ein Schnuller, falls euer Baby einen benutzt
- Zwei bis drei kleine, leise Spielzeuge zum Anklippen
Ein Spiralspielzeug, das sich an den Griff der Babyschale oder den Sicherheitsgurt klippen laesst, funktioniert im Flugzeug fantastisch. Es bleibt an Ort und Stelle, bietet verschiedene Texturen und Geraeusche und beschaeftigt euer Baby ueberraschend lange.
Durch den Flughafen kommen
Die meisten Flughaefen lassen euch den Kinderwagen bis zum Gate mitnehmen und dort abgeben. Das bedeutet, ihr habt ihn durch die Sicherheitskontrolle und den Abflugbereich, was bei langen Wartezeiten ein Lebensretter ist.
Die Sicherheitskontrolle ist weniger dramatisch als erwartet. Babymilch, Flaschenmilch und Brei duerfen in angemessenen Mengen mit. Sie muessen eventuell separat getestet werden, also haltet sie oben in der Tasche griffbereit.
Ein wirklich nuetzlicher Tipp: Steigt als Letzte ein, nicht als Erste. Priority Boarding fuer Familien bedeutet nur mehr Zeit in einem engen Sitz mit einem Baby, das lieber am Gate herumkrabbeln wuerde.
Waehrend des Fluges: Ohren, Schlaefchen und Windeln
Die groesste Sorge der meisten Eltern ist Ohrenschmerzen beim Start und bei der Landung. Babys koennen keinen Druckausgleich machen wie Erwachsene, aber Schlucken hilft. Fuettert euer Baby (Brust, Flasche oder Schnuller) waehrend des Steig- und Sinkflugs. Das funktioniert meistens. Wenn euer Baby bei der Landung schlaeft, lasst es schlafen.
Kabinengeraeusche sind eigentlich schon ganz gutes weisses Rauschen, aber eine kleine tragbare Geraeuschmaschine kann ploetzliche Durchsagen und den Getraenkewagen uebertonen. Auf allem, was laenger als eine Stunde dauert, Gold wert.
Fuer Unterhaltung gilt: Weniger ist mehr. Babys sind fasziniert von neuen Gesichtern, dem Fensterrollo und der Sicherheitskarte. Packt ein, zwei weiche Spielzeuge und ein Fuehlbuch ein und wechselt durch.
Ein weiches Knisterbuch ist eines der besten Flugzeugspielzeuge ueberhaupt. Es ist leise, leicht, praktisch unzerstoerbar und spannend genug, um die Aufmerksamkeit laenger zu halten als erwartet.
Das gefuerchtete Wickeln an Bord
Flugzeug-Wickeltische sind komisch klein und in Toiletten untergebracht, die offenbar fuer Elfen gebaut wurden. Angenehm ist es nicht, aber machbar. Legt eure Wickelunterlage hin, wickelt, tuetet alles ein und raus.
Tipp von erfahrenen Eltern: Packt einen separaten kleinen Beutel mit einer Windel, Feuchttuchern, einem Windelbeutel und Wechselkleidung. So muesst ihr nicht die ganze Wickeltasche ins Bad schleppen.
Was, wenn das Baby weint?
Kann passieren. Babys weinen. Das sagt nichts ueber eure Elternqualitaeten oder eure Flugvorbereitung aus. Es ist ein Baby, das das Einzige tut, was Babys koennen, wenn sie sich unwohl fuehlen.
Steht auf, wenn moeglich. Lauft den Gang entlang. Bietet Milch an. Versucht den Schnuller. Haltet es fest. Und denkt daran, dass Kabinenlaerm viel Weinen ueberdeckt, Mitreisende Kopfhoerer tragen und die meisten Menschen viel verstaendnisvoller sind, als die eine Person in Reihe 14 vermuten laesst. âïž
Kurztipps von Eltern, die es hinter sich haben
- Zieht dem Baby Schichten an, die Kabinentemperatur schwankt stark
- Ein Strampler mit Knoepfen vorne macht das Wickeln auf engem Raum schneller
- Ladet ein paar Videoclips aufs Handy, fuer den Notfall
- Nehmt Hilfe vom Kabinenpersonal an, das gehoert zu ihrem Job
- Packt euch selbst einen kleinen Snack ein, ihr habt euch einen Keks in Reiseflughoehe verdient
- Euer Baby wird sich nicht an diesen Flug erinnern, aber ihr schon, und es wird jedes Mal leichter
Fliegen mit Baby ist eines dieser Dinge, die sich vorher riesig anfuehlen und hinterher ueberraschend machbar. Der erste Flug ist der schwerste, vor allem weil alles neu ist. Beim zweiten Mal habt ihr euer System und die ruhige Zuversicht, die kommt, wenn man es schon einmal geschafft hat.
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