Zurück in den Job nach der Elternzeit: Was wirklich hilft
Du gehst bald wieder arbeiten nach der Elternzeit? Hier ist der ehrliche, praktische Guide zum Eingewöhnen, Abpumpen und dem ganzen Gefühlschaos.
Die Tasche steht gepackt an der Tür. Das Outfit hängt am Kleiderschrank. Dein Mittagessen ist im Kühlschrank, mit deinem Namen beschriftet wie am ersten Schultag. Und du sitzt um 21 Uhr auf dem Sofa, hältst dein schlafendes Baby und weinst leise in seine Haare. Morgen geht es los.
Wenn das gerade deine Realität ist, oder bald sein wird, dann ist hier die eine Sache, die jede zurückkehrende Mama hören muss: Du darfst alles gleichzeitig fühlen. Die Angst, das schlechte Gewissen, das kleine Aufflackern von Vorfreude auf heißen Kaffee und Erwachsenengespräche, direkt gefolgt von noch mehr schlechtem Gewissen. Alles davon ist normal. Alles davon ist okay. 💛
Das hier ist keine Motivationsrede. Das ist der praktische, ehrliche Stuff, der den Übergang leichter macht.
Die Gefühle sind normal (ja, alle davon)
Studien zeigen immer wieder, dass die Vorstellung vom Wiedereinstieg schlimmer ist als die Realität. Die Woche davor fühlt sich riesig an. Der erste Morgen ist brutal. Und dann wird es nach und nach zur Routine. Nicht schmerzfrei, aber machbar.
Du wirst vielleicht beim Abgeben weinen. Vielleicht auf dem Parkplatz. Vielleicht fühlst du dich völlig okay und machst dir dann Sorgen, dass sich okay fühlen dich zur schlechten Mutter macht. Diese emotionale Achterbahn ist unglaublich verbreitet, und sie bedeutet nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt.
Gib dir mindestens zwei bis drei Wochen, bevor du beurteilst, wie es läuft. Die ersten Tage sind Überlebensmodus. Das echte Bild zeigt sich erst, wenn ihr euren Rhythmus gefunden habt.
Die Eingewöhnung deines Babys
Ob dein Kleines in die Kita geht, zur Tagesmutter oder zu den Großeltern: die Eingewöhnungsphase ist entscheidend. Die meisten Kitas bieten eine schrittweise Eingewöhnung an, die mit kurzen Besuchen beginnt und sich über ein bis zwei Wochen zu vollen Tagen aufbaut. Nutze das. Es funktioniert.
Ein Trick, der wirklich hilft: Gib etwas mit, das nach dir riecht. Ein Mulltuch, mit dem du geschlafen hast, ein kleines Schmusetuch, das du in deinem Oberteil getragen hast. Babys finden vertraute Gerüche unglaublich beruhigend.
Halte den Abschied kurz und fröhlich (auch wenn du innerlich stirbst), sage immer Tschüss statt dich rauszuschleichen, und vertraue darauf, dass die Tränen meist wenige Minuten nach deinem Gehen aufhören.
Abpumpen bei der Arbeit
Wenn du stillst und weitermachen möchtest, brauchst du einen privaten Ort zum Abpumpen und ein bisschen Organisation. Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, einen geeigneten Raum bereitzustellen, und das darf keine Toilette sein. Kläre das vor deinem ersten Tag.
Eine tragbare Milchpumpe ist ein absoluter Gamechanger. Statt 20 Minuten in einem Raum mit Steckdosen-Pumpe zu sitzen, kannst du diskret abpumpen, während du E-Mails beantwortest oder dein Mittagessen isst.
Praktische Tipps: Pumpe ungefähr zu den Zeiten ab, zu denen dein Baby trinken würde. Hab Ersatz-Stilleinlagen und ein Ersatz-Oberteil dabei (Auslaufen passiert, und zwar immer im wichtigsten Meeting).
Die Morgenroutine (auch bekannt als kontrolliertes Chaos)
Deine Morgen werden zum logistisch anspruchsvollsten Teil deines Tages. Du machst dich selbst fertig, machst ein Baby fertig, packst Taschen, bereitest Flaschen oder Essen vor und verlässt irgendwie pünktlich das Haus.
Der beste Tipp: Mach alles, was du kannst, am Abend vorher. Taschen gepackt. Kleidung rausgelegt. Flaschen sterilisiert. Essen portioniert. Dein Morgen-Ich wird dir danken.
Ein schneller Sterilisator, der auch trocknet, spart erstaunlich viel Morgenpanik. Zehn Minuten, fertig, trocken, einsatzbereit.
Muttermilch unterwegs frisch halten
Wenn du bei der Arbeit abpumpst, brauchst du eine Möglichkeit, die Milch kühl zu halten. Eine spezielle isolierte Kühltasche ist viel zuverlässiger als darauf zu hoffen, dass im Bürokühlschrank Platz ist.
Abgepumpte Milch ist bei Raumtemperatur etwa vier Stunden haltbar und in einer Kühltasche mit Kühlakkus bis zu 24 Stunden. Selbst bei langem Arbeitsweg bist du damit bestens versorgt.
Essen für die Kita vorbereiten
Wenn dein Baby schon Beikost bekommt, wird die Kita dich meist bitten, Mahlzeiten mitzubringen. Sonntags vorkochen und alles in kleine Dosen portionieren macht die Wochentag-Morgen unendlich einfacher.
Stapelbare Essensdosen, die gefrier- und spülmaschinenfest sind, sind Gold wert. Große Portion Bolognese kochen, portionieren, einfrieren, morgens eine Dose greifen. Fertig.
Das schlechte Gewissen, die Erleichterung und alles dazwischen
An manchen Tagen wirst du dein Baby so sehr vermissen, dass es körperlich wehtut. An anderen Tagen wirst du den ruhigen Arbeitsweg genießen und die Chance, einen Gedanken zu Ende zu denken.
Beide Tage sind normal. Keiner macht dich zur schlechten Mutter. Arbeiten und Elternsein sind keine konkurrierenden Teams. Sie sind einfach zwei Teile eines sehr vollen, sehr chaotischen, sehr normalen Lebens. 💜
Die erste Woche ist hart. Der erste Monat ist eine Umstellung. Und dann wirst du eines Morgens merken, dass ihr euren Rhythmus gefunden habt. Dieser Morgen kommt. Versprochen.
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