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Newborn Essentials

Die Schreistunde: Was dahintersteckt und wie ihr sie übersteht

Euer Baby schreit jeden Abend und nichts hilft? Die Schreistunde ist real, vorübergehend und überlebbar. Hier erfahrt ihr, was wirklich funktioniert.

6 Min. LesezeitVon Lil' Bubba

Irgendwann gegen fünf Uhr nachmittags entscheidet euer vollkommen zufriedenes Baby, dass die Welt schrecklich ist. Die Mahlzeit, die ihr gerade beendet habt? Abgelehnt. Die frische Windel? Egal. Das Wiegen, das Summen, die verzweifelte Version von "Schlaf, Kindlein, schlaf"? Alles sinnlos. Euer Baby schreit, ihr schwitzt, und euer Partner steht in der Tür und sieht genauso hilflos aus wie ihr euch fühlt.

Wenn euch das bekannt vorkommt: Willkommen bei der Schreistunde. Und trotz des Namens dauert sie selten nur eine Stunde.

Was die Schreistunde wirklich ist

Die Schreistunde ist der Name, den Eltern dem vorhersehbaren Fenster intensiver Unruhe gegeben haben, das die meisten Neugeborenen am späten Nachmittag oder frühen Abend trifft, normalerweise zwischen 17 und 22 Uhr. Euer Baby weint stärker als zu jedem anderen Zeitpunkt des Tages, oft untröstlich, und nichts scheint länger als dreißig Sekunden zu helfen.

Das ist unglaublich häufig. Schätzungen zufolge durchleben etwa 80 % aller Neugeborenen eine Version davon. Sie beginnt typischerweise mit zwei bis drei Wochen, erreicht ihren Höhepunkt mit etwa sechs Wochen und klingt bis zum dritten oder vierten Monat ab.

Das ist nicht dasselbe wie Koliken, obwohl sich beides überschneidet. Koliken werden meist als Weinen für mehr als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen pro Woche, über mehr als drei Wochen definiert. Die Schreistunde ist vorhersehbarer, gleiche Zeit, gleiches Muster. Wenn das Weinen eures Babys weit über das Abendfenster hinausgeht oder es echte Schmerzen zu haben scheint, lohnt es sich, mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt zu sprechen.

Warum es passiert

Reizüberflutung. Neugeborene verbringen den ganzen Tag damit, eine Welt zu verarbeiten, die schockierend hell, laut und voller neuer Eindrücke ist. Am späten Nachmittag ist ihr Nervensystem überlastet. Weinen ist die einzige Art, wie sie sagen können: "Ich brauche, dass alles aufhört."

Übermüdung. Wenn euer Baby tagsüber etwas zu wenig geschlafen hat, baut sich Cortisol auf. Und übermüdete Babys schlafen nicht einfach ruhig ein, sie kämpfen dagegen an.

Verdauungsanpassung. Der Darm eures Babys reift noch. Blähungen und leichter Reflux können abends ihren Höhepunkt erreichen.

Geringere Milchmenge am Abend. Wenn ihr stillt, sinkt eure Milchmenge am späten Nachmittag leicht. Manche Babys stillen in diesem Fenster gehäuft, was ihre clevere Art ist, eure Milchproduktion für den nächsten Tag anzukurbeln.

Was wirklich hilft

Hautkontakt und Tragen. Das ist wahrscheinlich das effektivste Werkzeug. Euer Baby an eure Brust zu halten, idealerweise Haut an Haut, imitiert die Wärme, Bewegung und Herzschlaggeräusche aus dem Mutterleib. Ein elastisches Tragetuch ermöglicht euch das freihändig. 🤱

Pucken. Manche Babys beruhigen sich deutlich, wenn sie fest eingewickelt werden. Die Begrenzung imitiert den engen Raum im Mutterleib und stoppt den Moro-Reflex.

Weißes Rauschen. Der Mutterleib ist überraschend laut, ungefähr so laut wie ein Staubsauger. Ein Geräuschgerät mit konstantem weißen Rauschen kann den Weinzyklus durchbrechen und dem Nervensystem eures Babys helfen, sich zu beruhigen.

Bewegung. Wiegen, auf einem Gymnastikball hüpfen, durchs Haus laufen - rhythmische Bewegung ist zutiefst beruhigend. Sanft und gleichmäßig schlägt kräftig und unregelmäßig.

Licht dimmen und Lärm reduzieren. Wenn Reizüberflutung der Auslöser ist, hilft es, den sensorischen Input zu reduzieren. Vorhänge zuziehen, Fernseher ausschalten, leise sprechen.

Ein warmes Bad. Nicht jeden Abend, aber wenn es wirklich unüberschaubar wird, kann ein warmes Bad die Stimmung für euch beide zurücksetzen.

Was nicht hilft

Baby hin- und herreichen. Es ist verlockend, alle fünf Minuten zu wechseln, aber die meisten Babys finden den ständigen Wechsel beunruhigend. Wählt eine Person, haltet zwanzig Minuten durch und tauscht dann, wenn nötig.

Alles gleichzeitig versuchen. Wiegen, gleichzeitig shushen, einen Schnuller anbieten und Walgeräusche abspielen ist Chaos, kein Trost. Wählt zwei Dinge und gebt ihnen fünf Minuten.

Wann hört es auf?

Bei den meisten Babys ist das Schlimmste nach zwölf Wochen vorbei. Mit sechzehn Wochen hat es sich meist zu gelegentlichen mürrischen Abenden abgeschwächt. Manche Babys sind nach acht Wochen fertig, andere halten bis fünf Monate durch.

Ihr macht nichts falsch. Euer Baby ist nicht kaputt. Das ist einfach eine dieser brutalen, vorübergehenden, völlig normalen Phasen des Neugeborenenlebens. Und ihr schafft das, einen langen Abend nach dem anderen. 💛

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